Biografie

… der Mann mit einer der schönsten Bassstimmen der Welt…

Gramophone

Daniel Barenboim war als Künstlerischer Leiter von Beginn an Papes Befürworter in Berlin und lud ihn ein, an der Staatoper König Marke in Tristan und Isolde, König Heinrich in Lohengrin, Sarastro in Mozarts Die Zauberflöte, Pogner in Die Meistersinger von Nürnberg, Rocco in Beethovens Fidelio, Fasolt in Das Rheingold, Hunding in Die Walküre und die Titelpartie in Don Giovanni zu singen. Pape war in Berlin des Weiteren als Ramfis in Verdis Aida, Figaro in Mozarts Le nozze di Figaro, Leporello in Don Giovanni oder Orest in Strauss’ Elektra zu erleben. 2006 erweiterte er sein Repertoire um die Titelpartie in Mussogskis Boris Godunow, welches ihm dem Vierteljahrespreise der Deutschen Schallplattenkritik einbrachte.

Über seine Verkörperung des Boris in New York schrieb Anthony Tommasini von der New York Times: „Mit seiner beeindruckenden Statur und der unprätentiösen Ausstrahlung sieht Pape herrschaftlich und imposant aus. Er wirkt jedoch mit seinem leeren Blick, dem ausgezehrten Gesichtsausdruck, seinen strähnigen langen Haaren und seinem schwerfälligen Gang, der Rolle entsprechend, wie ein gebrochener, von Zweifel und Schuldgefühlen geplagter Mann. Pape hat gleichsam mit seiner charismatischen Stimme, mit ihrem dunklen und durchdringenden Ton, den für die Rolle perfekten Klang … Seine Artikulation ist klar, Pape gibt in jeder Sprache den Worten einen tiefen Sinn.“

Zu den Höhepunkten der Saison 2019-20 gehören Don Carlo und Parsifal an der Wiener Staatsoper, Don Carlo und Boris Godunow an der Opéra national de Paris, Tristan und Isolde am Staatstheater Wiesbaden, Die Lustigen Weiber von WindsorDie Zauberflöte und die Sylvesterkonzerte mit Beethovens Neunter Symphonie an der Berliner Staatsoper.

Des Weiteren gibt er Liederabende mit Camillo Radicke im Grazer Musikverein und an der Wiener Staatsoper, wo er auch bei der Verleihung des Europäischen Kulturpreises Pro Europa singt. 

Höhepunkte 2018/2019 waren unter anderem Tristan und Isolde an der Opéra national de Paris, ElektraDie Zauberflöte und Parsifal an der Wiener Staatsoper, FidelioElektraDie ZauberflöteMacbeth und Tristan und Isolde an der Staatsoper Berlin, eine Neuinszenierung von T.H.A.M.O.S. in Salzburg oder Parsifal an der Bayerischen Staatsoper.

2011 gab Pape sein Liederabend-Debüt in Los Angeles, von dem Mark Swed von der Los Angeles Times schrieb: „Stimmlich ist Pape ein vollendeter Sänger. Seine Tiefen vibrieren mit einem überzeugenden Brummen, seine Höhen haben die Sanftheit eines Baritons. Er macht kein Getue. Wolfs Michelangelo Lieder erreichten nahezu eine opernhafte Leidenschaft; sie sind beispielhaft für den Ausdruck untröstlicher Seelenqualen. Pape beendete die erste Hälfte mit Schuberts Prometheus, in dem Goethe den Aufschrei eines verzweifelten Poeten gegen den Gott Zeus beschreibt. Ich wäre ungern der von Pape herausgeforderte Zeus gewesen.“

2009 schrieb Pape mit einem ausverkauften Liederabend in der New Yorker Carnegie Hall ein wichtiges Kapitel in seiner Karriere. Er hatte für den Abend deutschsprachige Lieder ausgewählt, und die Kritiken überschlugen sich mit Lob. Des Weiteren war er Teil der letzten Aufführungen von Otto Schenks legendärer Ring Produktion aus den 1980er Jahren an der Metropolitan Opera New York.

René Pape veröffentlichte sein erstes Solo-Album Gods, Kings & Demons 2008 bei der Deutschen Grammophon mit seinem Heimatorchester, der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Sebastian Weigle. Die CD brachte ihm einen ECHO ein.

Bereits 2004 begann Pape bei der DG aufzunehmen, als sein Freund aus Kindertagen, der Komponist Torsten Rasch, ihn bat, mit ihm den Liedzyklus Mein Herz brennt, basierend auf Liedern der Rockgruppe Rammstein, zu interpretieren. Zusätzlich ist Pape auf zahlreichen Opernaufnahmen, viele auch auf DVD, präsent, wie zum Beispiel der Zauberflöte mit Claudio Abbado für DG; Wagners Tristan und Isolde (Marke) mit Plácido Domingo für EMI Classics oder das Verdi Requiem mit Rolando Villazón, ebenfalls für EMI Classics. 2010 veröffentlichte das Label des Mariinski-Theaters in Sankt Petersburg Valery Gergievs erste Wagner-Aufnahme Parsifal mit Pape als Gurnemanz.

Pape machte 1994 sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Fasolt in Das Rheingold, 1997 an der Londoner Royal Opera Covent Garden als König Heinrich in Lohengrin, an der Opéra national de Paris 1998 als König Marke im Tristan und 1999 an der Chicago Lyric Opera als Pogner in Die Meistersinger von Nürnberg. Er sang zudem beim Festival von Orange, in Glyndebourne, in der New Yorker Avery Fisher Hall und auf Tournee durch Japan mit der Metropolitan Opera. 2004 war er Teil der von James Levine ausgewählten Interpreten für die „Schubertiade“ an der Carnegie Hall.

Pape begann seine musikalische Ausbildung im Dresdner Kreuzchor und studierte an der Dresdner Musikhochschule. Erste internationale Anerkennung brachte ihm 1995 die Einladung Sir Georg Soltis zu den Salzburger Festspielen, um Sarastro zu singen. Musical America ernannte ihn 2001 zum Sänger des Jahres, und in 2006 war er einer der fünf meist geehrten Opernstars bei den Opera News Awards.

René Pape sammelt sein Jahrzehnten Quietsche-Entchen. 2017 brachte er eine limitierte eigene Kollektion der ihm selbst nachempfundenen “PapeDucks” heraus. Sie sind noch unter  renepape.com erhältlich.

Repertoire